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Die Vereinigung |
Hansruedi Vonlanthen
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120'000 Pferde – und kein pferdegerechter Futterbau
Heu für Milchkühe – das Pferd als Restposten
Heu ist das wichtigste Futtermittel des Pferdes. In der Schweiz wird es jedoch überwiegend für Milchkühe produziert. Diesen Satz muss man zweimal lesen, um seine Tragweite zu erfassen.
Rund 120'000 Pferde stehen in der Schweiz. Der Markt für pferdegerechtes Raufutter ist also beträchtlich – trotzdem wird gutes Pferdeheu hierzulande selten produziert und in grossem Umfang importiert. Importiertes Raufutter weist dabei nicht selten gesundheitsschädliche Mängel auf. Die Folgen tragen die Pferde: Atemwegs- und Magen-Darm-Erkrankungen, Stoffwechselstörungen, Allergien. Und die Folgen tragen die Halterinnen und Halter: Tierarztkosten, Haftungsrisiken, Unsicherheit im Stall.
Für uns ist dieses Bild vertraut. Es ist dasselbe Muster, das uns seit Jahren begleitet: Das Pferd ist in den landwirtschaftlichen Strukturen der Schweiz nicht als eigenständige Grösse vorgesehen. Es kommt vor – aber als Anhängsel.
Im Futterbau heisst das: Heu wird für die Milchwirtschaft produziert, das Pferd bekommt, was übrig bleibt.
In der Tierzucht heisst das: Die Verordnung kennt Kategorien, die für andere Gattungen entwickelt wurden – und wer nicht hineinpasst, existiert für die Verwaltung schlicht nicht.
Die Haflinger-Pentagon Sàrl-GmbH erlebt genau das. Eine Dachorganisation für eine Rasse mit drei Ursprungszuchtbüchern ist in der Tierzuchtverordnung nicht vorgesehen. Daraus folgert das Bundesamt für Landwirtschaft nicht etwa, dass die Verordnung eine Lücke aufweist – sondern dass es eine solche Dachorganisation gar nicht geben könne.
Im Raufutter-Markt zeigt sich, wie darauf reagiert werden kann: nicht mit Warten, sondern mit eigenen Qualitätsanforderungen. Kein Amt hat sie verlangt. Sie entstanden, weil sie gebraucht wurden.
Genau so verstehen wir unsere eigene Arbeit. Die Haflinger-Pentagon Sàrl-GmbH führt ein Rasse-Zuchtprogramm, vergibt die Universal Haflinger Lebens-Nummer (UHLN) und stellt Certificates of Origin nach Sektionen aus – weil die Rasse Haflinger diese Ordnung braucht und weil niemand sonst sie schafft.
Ob Futterbau oder Zucht: Solange das Pferd in der Schweiz als Nebensache behandelt wird, wandern Wertschöpfung und Qualität ins Ausland ab. Der Markt ist vorhanden. Die Nachfrage ist vorhanden. Was fehlt, ist die Bereitschaft, das Pferd als das zu behandeln, was es wirtschaftlich längst ist: ein eigener Sektor.
Quelle: Kavallo – Beitrag der Best of Horse Hay E-Learning Academy: www.bestofhorsehay.com